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D e r   M e n s c h 

Das ganze geistige und kulturelle Leben ist Arbeit des ICH an der Seele. Jeder gegenwärtige Mensch arbeitet bewusst oder unbewusst an der Vervollkommnung seiner Seele. Der Mensch ist bestimmt sich zu höheren Stufen seines Daseins zu entwickeln. Das ICH arbeitet am Astralleib, der umgewandelt „Geistselbst“ (Manas) wird. Langfristig kann durch Arbeit am Astralkörper auch Charakter und Temperament gewandelt werden. Wenn das ICH die religiösen Impulse aufnimmt, arbeitet das ICH am Ätherleib. Der Lebensleib wird dann zum Lebensgeist (Buddhi) . Die Umwandlung des Ätherleibes geschieht normalerweise unbewusst, nur auf dem Einweihungsweg kann der Geistesschüler die Entwicklung „ganz bewusst selbst in die Hand nehmen“. (Steiner)

Der dritte Prozess der Geistentwicklung ist die Wirkung des ICH auf den physischen Körper. Das ICH arbeitet nicht auf materielle Weise am menschlichen Körper, es wirkt auf die Kräfte die den Menschen entstehen und wieder vergehen lassen. Auch diese Arbeit des ICH am physischen Leib geschieht im Unsichtbaren und ist nur dem Eingeweihten zugänglich. Das dritte geistige Glied ist der Geistesmensch (Atma). Die Geisteswissenschaft definiert den Menschen als ein aus verschiedenen Gliedern zusammengefügte Wesenheit: physischer Leib – Ätherleib – Astralleib – ICH – Geistselbst – Lebensgeist – Geistmensch. Bei dieser Sieben-Gliederung werden Astralleib und Empfindungsseele zusammengefasst, wie auch Bewusstseinsseele und Geistselbst, und Verstandesseele wird mit dem ICH gleichgesetzt, obwohl sich das ICH in der Verstandesseele noch nicht bewusst ist. Steiner vergleicht die sieben Menschenglieder mit den sieben Farben des Lichts und den sieben Grundtönen. Nur vom „Gesichtspunkt einer höheren Form der Weltenbeobachtung“ soll von dieser Siebenheit gesprochen werden.

Ich trage Ruhe in mir.

Ich trage in mir selbst

Die Kräfte, die mich stärken.

Ich will mich erfüllen

Mit dieser Kräfte Wärme,

Ich will mich durchdringen

Mit meines Willens Macht.

Und fühlen will ich

Wie Ruhe sich ergiesst.

Durch all mein Sein,

Wenn ich mich stärke,

Die Ruhe als Kraft

In mir zu finden.

Durch meines Strebens Macht.

Der Mensch ist ein

viergliedriges Wesen 

 

Der Mensch besteht aus vier Gliedern. Der physische Mensch ist dem Mineralischen verwandt. Das erste Wesensglied ist der grobstofflich-physische Leib. Die gleichen Stoffe und Kräfte des Mineralischen sind auch im menschlichen Körper vorhanden. Das Mineralische ist tot. Aber der Menschenleib ist kein toter Stein, er ist belebte Materie. Eine immaterielle Kraft trägt das physische Leben, als Gegenspieler des Todes. Beim Menschentod zieht sich diese Kraft zurück, und der Körper gehorcht nur noch den Gesetzen der Materie, er ist wieder Mineral. Die bio-chemischen Kräfte zersetzen den Leib.

 

Der Ätherkörper als zweites Wesensglied der menschlichen Wesenheit erfüllt den Körper mit Leben. Das Mineralische wird lebendig für den höheren Sinn. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie schreibt in seinem Grundlagenwerk „Organon er Heilkunst“ im Paragraphen 9: der Mensch soll sich des Körpers als „Werkzeug frei zum Zwecke seines höheren Dasein bedienen“. Es ist ein fortwährender Kampf gegen Stoffe und Kräfte des Mineralischen (Rudolf Steiner). Hier setzt die Geisteswissenschaft ein, sie muss erklären, wer diesen Kampf führt. Die Tatsache der Existenz des Ätherleibes/Lebensleibes ist erstes Erkennen. Das ist greifbar, auch wenn es hellseherisch noch nicht zu beobachten ist. Der Ätherleib ist der „Architekt“ des physischen Körpers. Den Ätherleib hat der Mensch mit der Pflanze gemein. Alles Lebendige wird vom Ätherleib durchpulst.


Das dritte Wesensglied der menschlichen Wesenheit ist der Astralleib. Der Körper ist dem Mineralischen verwandt, der Ätherleib dem Pflanzenleben und der Astralleib dem Tierleben. Der Astralleib ist der Bereich der Wünsche und Begierden, des seelischen Empfindens. Er „durchleuchtet“ den Ätherleib. Ohne den Astralleib hätte der Ätherleib im Menschen nur ein Pflanzen-Dasein. Im Schlafzustand verlässt der Astralkörper den physischen Leib, um am Morgen“ bewusste Kräfte aus der Bewusstlosigkeit des Schlafes aufsteigen zu lassen“. Ganz praktisch: die Zeit unmittelbar nach dem Erwachen ist Zeit der Be-Sinnung, d.h. die Botschaft aus dem Übersinnlichen in die irdischen Sinne zu holen. Welche höhere Wahrheit soll heute beachtet werden. Was hat mir mein Astralleib aus dem Seelenland für diesen Tag geschenkt.

Das vierte Wesensglied des Menschen ist das ICH. Steiner betont ausdrücklich, dass das ICH eine andere Qualität hat als das Selbstbewusstsein. Es ist weit tiefgründiger, weit mehr als nur ein persönliches Fürwort, wie es Eduard von Hartmann erklärt (Grundriss der Psychologie, S. 55). Nach Empfindungs-und Verstandesseele, den zwei ersten Seelenformen, wird das ICH durch die Bewusstseinsseele erkennbar. Die ICH-Kraft ist die schöpferische Macht, die den Menschen auch ausserhalb seines Wesens überall umgibt, wie ein Tropfen im geistigen Ozean ist das individuelle ICH zu verstehen. In der Bewusstseinsseele betritt das ICH den „innersten Seelentempel“, sagte Steiner. Das ICH hat die Aufgabe das gesamte Seelenleben zu „veredeln“.